Sonntag, 2. September 2012

Der Tag der Abreise...

Es ist ein bisschen wie das erste Mal Achterbahn fahren: Man steigt ein, dann macht sich ein flaues Gefühl im Magen breit. Es beginnt, bis in die Fingerspitzen zu kribbeln. Da ist Neugier, aber auch Angst. Und gerade in dem Moment, in dem man überlegt, ob man nicht besser wieder aussteigen sollte, geht es auch schon los. Während der Fahrt ändern sich die Gedanken ebenso schnell wie die Höhen, in denen man sich befindet. Doch ganz am Ende gibt es meist nur zwei mögliche Gedanken: „Noch mal!“ oder „Nie wieder!“. Ich hoffe auf den ersten…
Heute ist es so weit. Der Stress der letzten Tage wird nun von einem Gemisch aus Unsicherheit, Aufregung und Vorfreude abgelöst. Die letzten Monate, die zwischen Zusage und Ausreise lagen, sind wie im Flug vergangen. Und obwohl ich mich viel mit dem, was jetzt kommt, beschäftigt habe, bleibt zeitweilig doch das Gefühl, dass es eine Reise ins Ungewisse ist. Wobei es vielleicht auch das ist, was das Ganze so spannend macht.
Um 6:20 Uhr geht mein Flug von Hannover nach Amsterdam und 9:55 Uhr geht es von da aus weiter nach Quito. Dort komme ich dann um 14:35 Uhr Ortszeit (in Deutschland 21:35 Uhr) an – und mein Gepäck hoffentlich auch. (;
Es folgt ein einwöchiges Orientierungsseminar in Quito, danach geht es weiter zu meiner Einsatzstelle in Tena. Hier treffe ich dann auch zum ersten Mal auf meine Gastfamilie und lerne die Schulen kennen, an denen ich arbeiten werde. Das dürfte so ungefähr der Ablauf der nächsten zwei Wochen sein. Wie es dann weitergeht, werde ich hier berichten.
Also dann, bis bald!

Sonntag, 26. August 2012

Wie es dazu gekommen ist...

„Ein Jahr weg. Ein Jahr in einen für mich ganz neuen Kulturkreis eintauchen. Ein Jahr etwas von dem zurückgeben, was mir hier bisher ermöglicht wurde. Ein Jahr leben, lernen, mich entwickeln. Ein Jahr …“ – Das waren die Gedanken, die mir vor etwa zwei Jahren das erste Mal durch den Kopf gingen, sich im letzten Sommer endgültig festsetzten und in einer Woche Wirklichkeit sein werden…
Vom weltwärts-Programm hörte ich das erste Mal in der Schule. Und als vor einem Jahr die Zeit gekommen war, sich zu überlegen, wo einen das Leben nach dem Abitur so hinführen sollte, habe ich begonnen, mich intensiver mit weltwärts und der damit verbundenen Möglichkeit, ein Jahr als Freiwillige im Ausland zu verbringen, zu beschäftigen. Nach Südamerika sollte es gehen und ein Schulprojekt sollte es sein. Zum einen, weil ich die spanische Sprache sehr gern mag, die Menschen dort sehr offen und herzlich sein sollen und die Natur sehr vielfältig ist. Zum anderen, weil ich die (Schul-)Bildung in sogenannten „Entwicklungsländern“ als sehr wichtig erachte und mir gut vorstellen könnte, später auch mal in dem Bereich zu arbeiten.
Also habe ich mir viele interessante Projektbeschreibungen durchgelesen, Bewerbungsbögen ausgefüllt, Lebensläufe verfasst, Mails geschrieben und Briefe verschickt. Und dann hieß es warten, warten, warten.
Das erste Auswahlgespräch verlief allerdings ernüchternd, weil das mir angebotene Projekt so gar nicht meinen Vorstellungen entsprach. Daraufhin entschloss ich mich, noch einmal auf die Suche nach Projekten zu gehen, bis ich nachts um halb eins auf die Internetseite der ijgd und auf das darin vorgestellte Schulprojekt der Fundación Proyecto Ecológico Chiriboga mitten in Ecuadors Amazonasgebiet stieß und dachte: „Das ist es!“
Nachdem ich mich Silvester dafür beworben hatte, wurde mir  nach eineinhalb Wochen ein Termin für ein telefonisches Auswahlgespräch angeboten. Und als diesem wirklich netten Auswahlgespräch nach zwei Tagen eine Zusage folgte, stand fest, in diesem Sommer würde wohl eines der größten Abenteuer meines Lebens beginnen: ein Jahr als weltwärts-Freiwillige an zwei ecuadorianischen Schulen.